Ich
stehe im Aufenthaltsraum und koche mir einen Kaffee, als meine
Kollegin Alice reinkommt. Ich bin vollkommen ungeschminkt und
übermüdet. Gegen 1 Uhr bin ich zuhause angekommen, hab mich aus dem
Kleid gepellt, wie aus einem Ei und erschöpft ins Bett gefallen. Und
trotzdem konnte ich kein Auge zu machen nach diesem Abend. Und dann
wieder um 6 Uhr morgens aufzustehen war eine Überwindung.
„Du
hattest wohl eine lange Nacht? Wäre ich doch wieder so jung.“
„Ich
bereue es jetzt schon“, eigentlich nicht, doch ich will keinen
schlechten Eindruck bei meiner Arbeitskollegin hinterlassen.
Ich
nehme mir meine Tasse Kaffee und schleiche wieder in mein Büro. Ich
nehme mir einen Stapel Papiere vor und hoffe, dass ich nicht jeden
Augenblick einschlafe. Ich arbeite so langsam, dass ich überlege
nicht vielleicht doch ein Schläfchen zu machen. 11 Uhr. Ok
noch eine Stunde und ich habe Pause.
Nach
einigen Minuten, in denen ich gegen die Müdigkeit ankämpfte,
bekomme ich eine Nachricht.„Treffen wir uns nachher zur
Mittagspause draußen? George“ Ich antworte nur mit einem
kurzen Ja und lege dann mein Handy wieder weg. Nach einigen
Minuten vibriert mein Handy wieder auf dem Schreibtisch. Ich rechne
mit einen doofen Spruch von George, aber falsch gedacht.
„Der
Abend gestern war wirklich schön. Ich hoffe wir sehen uns am
Wochenende? Will“ Adrenalin fließt doch meine Adern und ich
bin wach.
„Wie
wäre es mit Samstag?“, antworte ich kurz
„Das
klingt gut, ich melde mich nochmal. Ich muss erst mal schlafen.“
„Musst
du nicht arbeiten?“
„Nein
ich habe mir frei genommen. Ich freue mich auf Samstag. Hab einen
schönen Tag.“
Ich
blicke auf die Uhr, fünf vor 12, und entscheide mich mir meinen
Mantel anzuziehen und raus zu gehen. Ich stehe vor dem großen
Bürogebäude und atme die erfrischende Luft ein. Kurz nach mir kommt
mir auch schon George gut gelaunt aus dem Eingang entgegen.
„Du
siehst aber nicht aus als hättest du viel geschlafen. Wer daran wohl
schuld ist?“, sagt er und lacht. Ich flunkere ihn bloß böse an.
„Na
was ist gestern so alles passiert.“, er kann sein lächeln nicht
verbergen.
„So
erfährst du von mir schon mal gar nichts“, antworte ich gehässig.
„Ich
erfahre doch sowieso nachher alles von Vicy.“
„Dann
musst du dich wohl noch so lange gedulden. Lass und bitte in ein Café
gehen, ich brauche so viel Koffein wie ich nur kriegen kann.“
„Na
gut.“
Auf
dem Weg in den Laden um die Ecke redet George darüber, dass Vicy
heute ich vorletzte Prüfung hat und er etwas angespannt deswegen
ist. „Und Freitag können wir dann feiern, wenn die letzte Prüfung
vorbei ist.“
„Klar“,
stimme ich nur kurz zu, ich bin viel zu müde.
Zurück
in meinem Büro setze ich mich vor meinen großen Stapel Papiere und
atme laut auf. Noch 4 Stunden arbeiten. Ich starre auf die Papiere
und scheine kaum voran zu kommen, ich habe das Gefühl ich schlafen
jeden Augenblick ein, doch öffnet sich auf einmal meine Bürotür
und mein Chef steht da. Ich stehe sofort auf und setzte das beste
Lächeln auf, was ich bieten kann.
„Guten
Tag, ich wollte schauen, wie weit sie mit ihrer Arbeit sind. Aber ich
sehe schon ihnen geht es heute nicht so gut.“, er schaut mich
besorgt an.
„Nein,
es ist schon alles in Ordnung.“
„Ich
habe gehört, sie leisten gute Arbeit und dass ich von ihnen gesehen
habe, spricht für sich. Gehen sie heute ruhig etwas eher nach Hause
und kommen sie dafür morgen fit wieder.“, sagt er freundlich. Sehe
ich wirklich so schlimm aus?
Ich
bedanke mich und mein Chef verlässt wieder mein kleines Büro. Ich
sortiere trotzdem noch meinen Stapel Papiere und brauche eine Weile,
bis ich wirklich aufbrechen. Ich bin recht glücklich, dass ich zu
meiner Wohnung nicht mit Auto fahren muss, sonst wäre ich
wahrscheinlich am Steuer eingeschlafen.
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